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Ich lebe in zwei Welten

Aktualisiert: 8. Okt. 2021


Ich lebe in zwei Welten. Die eine ist die im Hier und Jetzt. Die andere ist die Welt der Bücher. Ich wandere mit Frodo und Sam zum Schicksalsberg, suche Horkruxe mit Harry, Ron und Hermine, trotze dem harten Leben auf einer Farm im australischen Outback Ende des 19. Jahrhunderts und philosophiere mit John Strelecky über den Sinn des Lebens.


Ich liebe diese Welt. Eine Welt aus Buchstaben, die sich zu Worten und Worte, die sich zu Sätzen entwickeln und den Leser in unbekannte Welten eintauchen lassen. In dem wunderbaren Fantasie-Roman Tintenherz von Cornelia Funke hat der Buchbinder Mortimer Folchart die Gabe Figuren und Gegenstände aus Büchern herauszulesen, wenn er eine Geschichte laut vorliest.

Stellt Euch vor, Ihr könntet Eure Lieblingsfigur einfach aus einem Buch herauslesen. Dann stünde auf einmal Bilbo neben Euch und würde von seinen Abenteuern am Erebor erzählen. Es wäre sicherlich aufregend, aber doch nicht dasselbe, denn fiktive Figuren gehören in ihre eigene Welt.


Beim Lesen eines Romans erschaffen wir fiktive Welten in unserem Kopf. Wir entwickeln Gesichter zu den beschriebenen Figuren und deren Charaktere. Würde man dieselbe Romanfigur von mehreren Lesern zeichnen lassen, würde man sicherlich Ähnlichkeiten erkennen. Ein großgewachsener Mann mit dunkelbraunem lockigen Haar, der kleine Lachgrübchen und etwas zu eng zusammenstehende Augen hat und einen Dreitagebart trägt, würden wir mit dieser Beschreibung darstellen können. Das für mich wunderbare an Büchern ist aber, dass dennoch jede Figur, die wir zeichnen würden, auch wenn es dieselbe ist, doch unterschiedlich aussähe. Und das ist die Welt der Bücher. Beim Lesen von Geschichten entwickeln wir eigene Bilder in unserem Kopf, wie die Charaktere oder kleine Städtchen mit urigen Bewohnern aussehen. Wir entwickeln unsere eigene Welt. Zu jeder einzelnen Geschichte, die wir lesen.


Ich liebe Bücher. Romane, philosophische Bücher und auch Sachbücher zu Themen, die mich interessieren. Ich liebe es mich in Geschichten zu verlieren und abends das Buch nicht weglegen zu wollen, weil ich einfach wissen muss, wie es weitergeht.


Ich liebe es, mich an einem ungemütlich grauen Tag auf dem Sofa einzukuscheln und bei einem leckeren Kaffee ein Buch zu lesen. Und genauso liebe ich es, mich an einem herrlichen Sommertag ans Wasser auf eine Wiese oder an den Strand zu legen und dort ein Buch zu lesen.


Ich lebe in zwei Welten.

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